Kategorie-Archiv: Argentinien

Seekühe

Puerto Madryn – Argentinien

Unterwegs zu Pinguinen, Walen und See-Elefanten

„Immer diese Touristen“, lästerten eine französische Freundin und ich kürzlich im Scherz als wir die Reiseplanung eines englischsprachigen Pärchens belauschten. „Nehmen für 9 Stunden Busfahrt sofort ein „coche cama“ (also einen Busplatz, den man zu einem Bett umfunktionieren kann). Pöh, nur 9 Stunden! Die sitzen wir doch mittlerweile auf einer Pobacke im „Semi-Cama“ ab (also einem Busplatz, den man nur leicht kippen kann aber nicht zu einem Bett umfunktionieren kann).“

Für meinen letzten großen Trip innerhalb Argentiniens gönnte ich mir ein „coche cama“ und sogar „con servicio“. Das ist quasi wie Business-Class fliegen, nur eben auf vier Rädern, denn ein Steward serviert Abendessen und Frühstück am Platz. 18 Stunden nachdem ich in meinen Bus in Buenos Aires eingestiegen war, erreichte ich Puerto Madryn. Dort sollten mich gigantische Glattwale mit ihren nicht weniger beeindruckenden Babys erwarten, See-Elefanten, die ihre fetten Bäuche in die Sonne halten sowie zahlreiche kleine (Damen und) Herren im Frack, in der weltweit größten Brutstätte von Magellan-Pinguinen. Weiterlesen

Tigre

Buenos Aires (8) – Argentinien

Ausflug ins Wochenendhäuschen nach Tigre

Der Frühling zeigt sich in Buenos Aires dieses Jahr besonders wild: Mal hochsommerlich, mal herbstlich verregnet mit flutartigen Regengüssen sowie entsprechende Überschwemmungen. Dennoch erwischte Sofia, bei der ich derzeit wohne, glücklicherweise ein perfektes Wochenende, um mit ihren Freunden und mir einen Ausflug nach Tigre zu machen.

Genauer gesagt fuhren wir in das Delta des Río Paraná, der etwa 10 Kilometer vor der Stadt in den Río de la Plata mündet. Weiterlesen

Rosen

Buenos Aires (7) – Argentinien

„Ich bin wieder hier. In meinem Revier….“

Ganz schön kitschig, dass mir ausgerechnet dieses Lied einfiel als ich in Buenos Aires landete, aber ich konnte es nicht ändern. Summend verließ ich meinen Flieger mit dem ich aus São Paulo kam, lief mit breitem Grinsen auf den Lippen die Gangway runter und riss mich zusammen, um nicht sofort zum Gepäckband zu laufen, meinen Rucksack vom Band zu zerren und lachend ins Freie zu stürmen. Spätestens bei den Grenzbeamten wäre ich sowieso sehr unsanft gestoppt worden. Weiterlesen

Maracas

Buenos Aires (6)

Poner la Sartén por el Mango

Tag 1: „Wie heißt Du?“ – „Anke“ – „Angel (Engel?)“ – „Nein, nicht ganz.“ „Wo kommst Du her?“ – „Aus Deutschland.“ – „Europa?“ – „Ja, genau.“ – „Wie alt bist Du?“ – „41“ – „Was? So alt?“ „Pöh, und DU kriegst gleich keinen Nachtisch“, hätte ich der süßen Rotznase, die da vor mir stand und mich mit ihrer ungläubigen Frage zur Greisin machte, am liebsten gesagt. Hab’ ich aber natürlich nicht. Weiterlesen

English spoken

Buenos Aires (5)

Ist doch alles gar nicht so gemeint

Wenn man dem täglichen Sprachgebrauch der Einheimischen glaubt, dann ist Buenos Aires eine Großraum-WG der Söhne aller Damen des horizontalen Gewerbes. Fast jeder ist ein H…..sohn (hijo de puta), ein Scheißkerl (caracho), ein Volltrottel (boludo) und irgendwie ist alles immer ein riesiges Bordell (quilombo) als Ausdruck für ein ziemliches Chaos. Und wer jetzt glaubt hier gehe alles unverschämt, unhöflich und bitterböse zu, der irrt komplett. Weiterlesen

Giraffen

Buenos Aires (4)

Streetart

„Wenn Du in Buenos Aires bist, musst Du diese Tour unbedingt machen!“ Danke für den Tipp, Nadine, das habe ich und was die Führerin von Grafittimundo mir und rund 15 weiteren Teilnehmern zeigte, gefiel mir richtig gut. Die Non-Profit Organisation widmet sich der Streetart-Kunst in Buenos Aires und unterstützt mit ihren Einnahmen die lokalen Künstler dieser Szene. Weiterlesen

Theater

Buenos Aires (3)

Die Tücken des Alltags

Die einfachste Möglichkeit sich in Buenos Aires fortzubewegen sind Bus und U-Bahn. Das Schwierigste daran ist, eine aufladbare Magnetkarte zu erhalten mit der man entsprechende Fahrten bezahlt.

Auf meine Frage, wo ich denn diese „Tarjeta SUBE“ erhalte, antwortet ein Hostelmitarbeiter „Am Kiosk“. Gut, die gibt es hier genug. Also flitze ich um die Ecke und stelle fest, dass es dort eben keine gibt. Die Verkäuferin ist jedoch so nett mir zu verraten, wo ich eine bekomme, nämlich am nächsten Kiosk. Stimmt, dort erhalte ich dann in der Tat für rund 2,20 EUR entsprechende Karte, allerdings ohne Guthaben. Mein Versuch die Karte auch aufzuladen scheitert. „Nee, das geht nur am nächsten Kiosk“. Okay, also noch einen Block weiter. Als ich dann endlich eine aufladbare Karte in den Händen halte nutze ich sie für genau zwei Fahrten, bevor ich sie verliere. Super! Weiterlesen

Jap. Garten2

Buenos Aires (2)

Spanisch bei Starbucks und Japanisch im Garten

Ja, ich gestehe, ich bin schuldig in allen Punkten. Ausgerechnet in San Telmo, einem hübschen Viertel mit zahlreichen Cafés setze ich mich in ein Starbucks „Café“. Meine einzige Entschuldigung ist, dass ich stabiles WiFi brauchte. Doch interessanterweise kam ich gar nicht dazu es zu nutzen, denn zu meinem „Frappe Mango Maracuja“ hatte ich offensichtlich eine unterhaltsame Spanischstunde gratis bestellt. Weiterlesen

Bus

Buenos Aires (1)

“Welcome to the jungle, we’ve got fun and games….”

In der einen Hand ein Glas Wein, in der anderen eine Gabel mit Spaghetti Bolognese, um mich herum drei super nette Brasilianer/Brasilianerinnen mit denen ich mich auf Spanisch und erfühltem Portugiesisch verständigte und das ganze auf einer Dachterrasse mit Blick über die Skyline von Buenos Aires Zentrum – so sah mein erster Abend in der Millionenmetropole aus. Weiterlesen

Wasserfall

Die Wasserfälle von Iguazú

Oder wie bis zu 7000 m³ Wasser pro Sekunde an rund 275 verschiedenen Stellen in die Tiefe stürzen

Sooo viel Nass habe ich selten gesehen, nee, eigentlich noch nie. Und vermutlich auch noch nie so eine Gicht, die so hoch spritzt, dass sie zum Teil die Sicht auf diese unglaublichen Kaskaden nimmt, die bereits als Kulisse für Indiana Jones und James Bond dienten. Und spätestens wenn der Wind die Richtung wechselt weiß man, weshalb man am Eingang des Nationalparks von Iguazú diese lustigen Regenponchos gekauft hat.

Wie immer in diesem scheinbar grenzenlosen Land, dauerte die Anreise zu diesen berühmten Wasserfällen lange, sehr lange, ganze 22 Stunden mit dem Nachtbus. In weiser Voraussicht gönnte ich mir daher die Luxusklasse unter den Langstreckenbussen und bedauerte keinen Augenblick Weiterlesen