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Buenos Aires (1)

“Welcome to the jungle, we’ve got fun and games….”

In der einen Hand ein Glas Wein, in der anderen eine Gabel mit Spaghetti Bolognese, um mich herum drei super nette Brasilianer/Brasilianerinnen mit denen ich mich auf Spanisch und erfühltem Portugiesisch verständigte und das ganze auf einer Dachterrasse mit Blick über die Skyline von Buenos Aires Zentrum – so sah mein erster Abend in der Millionenmetropole aus.

Nachdem die drei und ich beschlossen hatten gemeinsam zu kochen, machten wir uns auf die Suche nach entsprechenden Zutaten und bereits nach kurzer Zeit wurde „solamente dos cuadras“ (nur zwei Blocks von hier entfernt) zum Running-Gag. Irgendwie fanden wir nämlich nur kleinere Supermärkte ohne Fleischtheke und wurden von einem zum anderen Geschäft mit besagtem Hinweis weitergereicht. In Folge dessen hatten wir bald das Gefühl ein Viertel nach dem nächsten zu durchkämmen und eine nächtliche (Fleisch-) Sightseeing –Tour zu machen. Die Erlösung brachte ein kleiner Asia-Laden. Nach einem Blick auf den Metzger, sein besudeltes Oberhemd und sonstige fragwürdige Details, sagte meine Begleitung: „Okay, heute braten wir das Hack mal gaaaanz besonders lange.“ Dennoch bildeten wir uns später einen seltsamen Beigeschmack ein. Da ich allerdings schon lange keine Eiernudeln mehr gegessen hatte schob ich ihn darauf und langte kräftig zu  – bis jetzt ohne Nebenwirkungen. Zum Nachtisch zauberten die drei noch „Brigadeiro“, einen typischen brasilianischen Nachtisch aus Kondensmilch und Schokolade, der mich an das argentinische Dulce de Leche erinnerte und den ich aufgrund seiner extremen Süße nur in homöopathischen Dosen verkraftete.

In homöopathischen Dosen genoss einer der drei leider auch den Wein. Als ich ihn darauf ansprach meinte er zunächst nur er könne gerade nicht allzu viel Alkohol trinken, da er Antibiotika nähme. Auf meine Frage was los sei entgegnete er achselzuckend: „Ach, ist kürzlich blöd gelaufen. Ich war mit meiner Familie mit dem Auto in einem Viertel unterwegs, das eigentlich zu den sichersten Rio de Janeiros zählt. Dennoch sind wir überfallen worden“ und zeigt mir daraufhin seinen Streifschuss am Oberschenkel.

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