Jap. Garten2

Buenos Aires (2)

Spanisch bei Starbucks und Japanisch im Garten

Ja, ich gestehe, ich bin schuldig in allen Punkten. Ausgerechnet in San Telmo, einem hübschen Viertel mit zahlreichen Cafés setze ich mich in ein Starbucks „Café“. Meine einzige Entschuldigung ist, dass ich stabiles WiFi brauchte. Doch interessanterweise kam ich gar nicht dazu es zu nutzen, denn zu meinem „Frappe Mango Maracuja“ hatte ich offensichtlich eine unterhaltsame Spanischstunde gratis bestellt.

Kaum, dass ich mich gesetzt hatte, gesellte sich ein Rentnerpärchen aus Córdoba zu mir, das gerade ihren Sohn samt Familie in Buenos Aires besuchte. Das Kompliment, dass ich gut Spanisch spräche nahm ich zwar gerne geschmeichelt entgegen, allerdings wäre es mir lieber gewesen, wenn die zwei weniger schnell und noch dazu mit einem unglaublich breiten Córdobeser Akzent gesprochen hätten. Mit einem Affenzahn rasten die beiden durch alle Themen, die ihr Leben so hergab und das waren viele! Immerhin hatte er elf Geschwister und sie fünf, aber in der heutigen Zeit sei das ja nicht mehr so üblich.

Während des gesamten Gesprächs hatte ich ein Dauergrinsen aufgesetzt, zum Teil um darüber hinweg zu täuschen, dass ich nicht alles verstand, zum Teil weil ihre Aussagen alle meine bisherigen Erfahrungen mit Argentiniern bestätigten: Diese Menschen lieben Kinder über alles, hassen oder verehren ihre Präsidentin „Cristina“ leidenschaftlich und sind unglaublich gesellig und herzlich. Da kann es schon mal passieren, dass ich mich mit dem Rezeptionisten des Hostels so festquatsche, dass ich völlig verwundert bin als eine Freundin vor mir steht, auf die ich ja eigentlich gewartet habe. Und bei zwei Mädels, die ich nur einen Tag lang vor ca. drei Monaten getroffen habe entpuppt sich die Floskel „Meld Dich wenn Du in Buenos Aires bist und wir machen was zusammen.“ eben nicht als Floskel. Wenige Stunden nach meiner Mail holen sie mich im Hostel ab, gehen mit mir aus und bieten mir außerdem an bei ihnen zu wohnen, da es einfach bequemer, netter und preisgünstiger als im Hostel sei. Zudem mag man hier mehr Körperkontakt. Kaum eine Unterhaltung geschieht ohne eine Berührung, sei es ein Drücken des Arms oder ein Schulterklopfen. Wangenküsse sind als Willkommensgruß an der Tagesordnung, was je nach Situation bei mir ebenfalls ein Grinsen auslöst, denn küssende Polizisten kenne ich von Zuhause nur vom Christopher Street Day.

Nach dieser Spanischstunde und gewissermaßen Gesellschaftskunde ging es für mich japanisch weiter und ich besuchte bei wunderschönem herbstlichem Wetter den Japanischen Garten von Buenos Aires.

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