Maracas

Buenos Aires (6)

Poner la Sartén por el Mango

Tag 1: „Wie heißt Du?“ – „Anke“ – „Angel (Engel?)“ – „Nein, nicht ganz.“ „Wo kommst Du her?“ – „Aus Deutschland.“ – „Europa?“ – „Ja, genau.“ – „Wie alt bist Du?“ – „41“ – „Was? So alt?“ „Pöh, und DU kriegst gleich keinen Nachtisch“, hätte ich der süßen Rotznase, die da vor mir stand und mich mit ihrer ungläubigen Frage zur Greisin machte, am liebsten gesagt. Hab’ ich aber natürlich nicht.

Tag 2: „Jugando al huevo podrido, se lo tiro al más distraído, y como el distraído no ve, el huevo podrido es él.“ Hmh, jetzt kann ich „Dreh Dich nicht um, denn der Plumpsack geht herum…“ auch auf Spanisch.

Tag 3: Wir pürieren Kidneybohnen und anderes Gemüse und mischen es heimlich unter das Essen. Hurra! Der übliche Kommentar, dass Gemüse „Bah“ ist bleibt aus. Bei der Zubereitung des Fruchtsafts glückt das leider nicht. Wenn ich in die rund 35 angewidert guckenden Gesichter blicke wird klar, dass der Grapefruit-Anteil eindeutig zu hoch war.

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Ob ich mir nach Blitzschwangerschaften spontan Kinder zugelegt habe? Irgendwie ja und irgendwie nein und vor allem nur vorübergehend.

In den vergangenen Tagen durfte ich der Organisation „Poner la Sartén por el Mango“ und ihren freiwilligen Mitarbeitern bei der täglichen Arbeit helfen. Ihr doppeldeutiger Name könnte kaum passender sein. Zum einen bedeutet er, den Stier bei den Hörnern zu packen und zum anderen, die Pfanne am Griff festzuhalten. „Poner la Sartén por el Mango“ oder auch “Food for Thought” genannt, unterstützt einkommensschwache Familien bei der Betreuung ihrer Kinder, wozu die Ausgabe eines nahrhaften Mittagessens und anschließende Spiele gehören. Also schnippel ich vormittags Gemüse, werde nachmittags in argentinische Kinderspiele eingeweiht und lasse mir danach 35 schmatzende Abschiedsküsse auf die Wange drücken. Da fällt die 60-minütige Rückreise mit dem Bus gar nicht mehr so schwer.

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