Bogota

Bogotá (1) – Kolumbien

Flucht in den warmen Norden

Wenn ich eins nicht leiden kann dann ist es Kälte. Das war schon immer so. Daher ist es für mich besonders blöd, dass langsam aber sicher der Winter in Buenos Aires anbricht. Natürlich ist er wesentlich milder als der deutsche Winter. Da ich in den vergangenen Monaten allerdings durch besonders warme Gebiete gereist bin, fühlt er sich jedoch sehr deutsch an. Eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit die dazu führt, dass der Unterschied zwischen gefühlter und tatsächlicher Temperatur locker 6 Grad betragen kann, trägt ihr Übriges zum Unwohlsein bei. Also stellte ich mir die Frage: Durchhalten oder mein Reisebudget schädigen und in wärmere Gefilde abhauen? Antwort: Ich bin jetzt in Kolumbien.

Nachdem ich mich bereits etwas in Buenos Aires eingelebt hatte, fiel mir der Abschied nach eineinhalb Monaten ein wenig schwer. Ich hatte wieder begonnen regelmäßig zu Joggen (was man dort eigentlich Schlagloch-Hundehaufen-Slalom nennen müsste), ging mehrmals die Woche zu Pilates-Stunden (weshalb ich viele Körperteile nun auch auf Spanisch benennen kann), besuchte ein Mal pro Woche einen Lindy-Hop Kurs (bei dem ich mich mehr auf’s Nachmachen statt auf’s Verständigen konzentrierte) und begann gelegentlich mit neuen Freunden auszugehen. Dennoch: Ich brauchte Sonne, Sand, Strand und was Buntes mit Schirmchen zum Trinken.

Meiner Ankunft in Bogotá (der Strand sollte später folgen) sah ich mit gemischten Gefühlen entgegen und diese haben sich bis jetzt auch nicht wirklich geändert. Die extrem hohe Anzahl an Polizisten, die mit Maschinengewehren ausgestattet sind, ist für mich einfach sehr gewöhnungsbedürftig. Mag sein, dass sie Sicherheit vermitteln sollen. Bei mir erreichen sie allerdings eher das Gegenteil. Ähnlich verhält es sich mit den klaren Anweisungen des Fremdenführers von welcher Straße bis zu welcher Straße man sich frei bewegen kann.

Die Menschen selbst sind unglaublich freundlich, herzlich und hilfsbereit und das historische Stadtzentrum Candelaria wirklich hübsch. Die Auswahl an exotischen Früchten, von denen ich einige weiterhin nicht kenne, haut micht jeden Tag auf’s Neue um und was genau in meinem weißen Fruchtsaft ist, den ich jeden Morgen im Hostel trinke, weiß ich nicht wirklich.

Frustrierend ist hingegen, dass der Sprachgebrauch vom argentinischen gelegentlich stark abweicht. Als mein Stadtführer bspw. auf einen Maiskolben zeigt rief jeder von uns ein anderes Wort. Auch als er mir empfehlen wollte, bei Überlandfahrten eine Decke mitzunehmen, da es in den Bussen kalt sei, konnten wir uns nur durch Gestik verständigen. Er nannte sie nämlich „cobija“ und ich „manta“. Spreche ich mittlerweile eigentlich noch Spanisch oder „Argentinisch“?

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2 Gedanken zu „Bogotá (1) – Kolumbien

  1. Oliver

    Hallo Liebe Anke,

    Deine Berichte sind immer wieder sehr erfrischend und ich freue mich immer wieder Dich auf Deiner Reise begleiten zudürfen.

    Sonnige Grüße aus München

    Oliver

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    1. Anke Artikelautor

      Lieben Dank für die Blumen, liebe Else. Schön zu wissen, dass ich Dich im Gepäck dabei habe.

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