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Mompos – Kolumbien

Affen und Hitze

Sollte ich jemals einen Hauch von Anmut besessen haben, so ist er mit meiner Anreise nach Mompos verschwunden. Bei einem ersten Spaziergang sorgten 38 Grad und ein strahlend blauer Himmel dafür, dass mir meine Haare schweißgetränkt vom Kopf hingen und mich vermutlich ziemlich irre aussehen ließen. Die Momposinos hingegen sausten Fahrrad fahrend an mir vorbei ohne jegliche Schweißperlen auf der Stirn. Ich brauchte Schatten und irgendetwas, um mit diesen unglaublich hübschen Kolumbianerinnen mitzuhalten (auch wenn das kaum möglich ist, aber man braucht halt Ziele). Also kaufte ich mir zunächst ein Haarband in bunten karibischen Farben, das mich ein wenig sortierter aussehen ließ und gönnte mir anschließend eine Pediküre. Dass ich keine bunten Bildchen auf meinen Fußnägeln haben wollte konnte die Kosmetikerin nicht wirklich nachvollziehen. Vielmehr schien sie es als Affront ihrer Künste zu verstehen als ich mehrfach um einfachen Lack ohne jegliche Verzierung bat. Erst am Abend entdeckte ich, dass sie meine Fußnägel doch klammheimlich dem örtlichen Schick angepasst hat und so prangen darauf nun kleine Glitterpartikel.

Nachdem ich mich in den Folgetagen ein wenig akklimatisiert hatte konnte ich Mompos (auch Mompox geschrieben), ein Städtchen das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, in seiner vollen Pracht genießen. Was für riesengroße weiß getünchte Häuser! In jeden Eingang in den man blickt befinden sich unglaublich tiefe Räumlichkeiten und jedes Gebäude scheint aus einem Innen- und einen Außenbereich zu bestehen, was ihnen einen farmähnlichen Charakter verleiht. Da kann es zu Mittag schon mal passieren, dass man durch das Wohnzimmer einer Familie läuft, vorbei an ihren Schlafzimmern und hin zum eigentlichen Restaurant, das sich im Innenhof ihres Hauses befindet.

Noch beeindruckender als die lokale Architektur war lediglich meine Bootsfahrt durch die Feuchtgebiete des Rio Magdalena. Wie oft hat man mir andererorts bereits versprochen welche Flora und Fauna ich in den nächsten Minuten zu sehen bekommen sollte. Als der Bootsführer zu Beginn dieser Tour endlose Tiernamen aneinanderreihte konnte ich mir daher nur ein müdes Lächeln abringen – am Ende der Tour hätte ich ihn am liebsten geküsst.

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