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Popayán & San Agustín – Kolumbien

Mit dem Partybus von Popayán nach San Agustín

Nachdem ich mir mein nächstes Reiseziel, die hübsche Kolonialstadt Popayán mit seinen weiß getünchten Häusern und den kopfsteingepflasterten Straßen angeschaut hatte und das ständige, aber nicht unangenehme Treiben genossen hatte, wollte ich mit Kristyn nach San Agustín weiterreisen. Auch wenn die Tage in Popayán wie im Flug vergehen und man eigentlich nur Bummeln, Faulenzen und die lokale Küche genießen will, zog es uns bereits nach kurzer Zeit weiter. Vielleicht lag es an dem nicht ganz so sauberen Hostel, vielleicht an dem (zum Glück leblosen) schwarzen Skorpion, der im Fernsehzimmer auf dem Fußboden lag oder vielleicht an den morgendlichen Kirchengesängen mit denen wir geweckt wurden. Da sich das Hostel nämlich die Außenwand mit der benachbarten Kathedrale teilte, hatten wir jeden Morgen den Eindruck, das Bett würde neben dem Altar oder sogar darauf stehen. Kurzum, wir blieben Popayán nur wenige Tage treu und reisten nach San Agustín weiter, wo wir die gewaltigen Steinstatuen des Archäologischen Parks besichtigen wollten.

Just zu dem Zeitpunkt als unsere Reisepläne von Popayán nach San Agustín konkreter wurden kamen wir mit einem Hostelbesitzer aus San Agustín ins Gespräch, der sich in unserem Hostel in Popayán befand. Er sagte, er würde am Nachmittag noch mit einem anderen Kollegen eine Stadtführung durch Popayán machen und am Abend nach San Agustín zurück fahren. Wenn wir wollten, könnten wir zum normalen Buspreis mitfahren. Meine Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Nachtfahrten wischte sein Busfahrer weg indem er sagte: „Erstens ist das mein täglicher Arbeitsweg und zweitens, wieso sollte ich anhalten, wenn sich mir irgendwer in den Weg stellt?“ Äh, ja, so hatte ich das noch nicht gesehen. So kam es, dass ein völlig leerer Luxusbus am Abend auf mich und Kristyn wartete. Kaum eingestiegen machte sich unser „Gastgeber“ ordentlich Luft: „Fuck the ….., fuck the ….“ ließ sich in den Gang nach hinten über fallen, öffnete die erste Bierdose und drehte Techno-Musik vom „Feinsten“ auf. Die Teilnehmer seiner Stadtführung am Nachmittag waren eindeutig anstrengend gewesen und da ich niemandem zu nahe treten will werde ich ihre Nationalitäten hier nicht wiederholen.

Bereits nach 15 Minuten wusste ich wofür es Kotztüten gab, denn diese nicht asphaltierte Serpentinenstrecke gleicht einem Weg zur Hölle. Dankbar für meine Reisetabletten und zwei Dosen Bier beruhigte sich mein Magen glücklicherweise nach kurzer Zeit und mir gelang es trotz „Ufta-Ufta“-Musik fast einzuschlafen. Kristyn hingegen wollte tapfer bleiben, lehnte Reisetabletten und Bier ab und sah leider auch genauso aus. Blass mit einem Stich grün – bildete ich mir zumindest ein. Zudem nervte sie die Musik noch mehr als mich. Schließlich drückte ich ihr meinen MP-3 Player mit angenehmeren Klängen in die Ohren woraufhin sie dankbar lächelte und fast auf der Stelle einschlief. Als wir am Ende des Trips feststellten was oder vielmehr wer uns die ganze Zeit aus den Lautsprechern entgegen dröhnte konnten wir uns vor Lachen kaum noch halten: Skazi!

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