Fahrradtour_5

Bogotá (2) – Kolumbien

Klappe, die Zweite

Mein erster Aufenthalt in Bogotá vor zwei Monaten hat bei mir nicht wirklich zu Begeisterungsstürmen geführt. Die hohe Polizeipräsenz im historischen Viertel Candelaria löste bei mir ein mulmiges Gefühl aus, die eingeschränkte Bewegungsfreiheit besonders in der Nacht verstärkte es und das Wetter lud zum Trübsal blasen ein. All das ließ bei mir nicht gerade den Wunsch aufkommen diese Stadt nochmal zu besuchen. Dummerweise musste ich aber zurück, denn nur von Bogotá gehen Flüge nach Leticia, wohin ich als nächstes wollte.

Da ich dieses Mal glücklicherweise nicht alleine unterwegs war und zudem auch Leute aus Bogotá kennengelernt hatte, sah ich der Sache allerdings recht entspannt entgegen.

Als erstes buchte ich ein Hostel in einer völlig anderen Gegend. Die Kommentare zur Lage machten mich neugierig auf das Viertel und in der Tat sollte ich die Stadt von einer ganz anderen Seite kennenlernen. Vor meiner Ankunft fragte mich ein Freund aus Bogotá wo ich eigentlich stecke und als ich ihm die Adresse durchgab antwortete er nur: „Mucha rumba!“, was soviel wie „Da steppt der Bär!“ bedeutet. So war es dann auch. Clubs, Bar und Restaurants en masse prägen das Bild der sogenannte „Zona Rosa“ oder der „Calle 82“, wie das Viertel auch genannt wird und irgendwie ist es eine wilde Mischung aus Kölner Ringen und Köln-Ehrenfeld. Der Vorteil: Absolute Bewegungsfreiheit bei Tag und Nacht.

Auch der autofreie Sonntag half mir maßgeblich, Bogotá doch noch lieb zu gewinnen. Wenn jede Woche von 10 bis 14 Uhr die Hauptverkehrsadern der Stadt für Autos gesperrt werden, gehört sie vorübergehend den Fahrradfahrern, Joggern, Skatern und Spaziergängern. Ich nutzte die Gelegenheit und radelte mit einer Gruppe aus meinem Hostel von der Zona Rosa durch Chapinero bis nach Candelaria und Macarena. In letzterem Viertel habe ich dann mit Kristyn ein Slapstick-Stück erster Klasse hingelegt. Als wir die Gegend alleine erkundeten gelangten wir irgendwann auf eine abschüssige Straße und scherzten: „Haha, sieht aus wie eine Autobahnauffahrt, aber dann gäbe es hier wohl Schilder, die darauf hinweisen.“ Es war eine Autobahnauffahrt. Ohne entsprechende Hinweisschilder. Und als wir mit unseren Rädern auf dem Pannenstreifen angekommen waren guckten wir uns kurz an, klemmten die Drahtesel unter den Arm und schrien „Lauf!“ bevor wir die vierspurige Bahn im Schweinsgalopp überquerten.

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