Tigre

Buenos Aires (8) – Argentinien

Ausflug ins Wochenendhäuschen nach Tigre

Der Frühling zeigt sich in Buenos Aires dieses Jahr besonders wild: Mal hochsommerlich, mal herbstlich verregnet mit flutartigen Regengüssen sowie entsprechende Überschwemmungen. Dennoch erwischte Sofia, bei der ich derzeit wohne, glücklicherweise ein perfektes Wochenende, um mit ihren Freunden und mir einen Ausflug nach Tigre zu machen.

Genauer gesagt fuhren wir in das Delta des Río Paraná, der etwa 10 Kilometer vor der Stadt in den Río de la Plata mündet. Die zahlreichen Inseln und Kanäle, die sich in diesem Delta befinden, haben es zu dem Naherholungsgebiet aller Porteños (den Bewohnern Buenos Aires) gemacht. Die Wohlhabenderen besitzen ein Ferienhaus mit dazugehörigem Boot oder mieten sich in exklusiv aussehende Boutique-Hotels ein, Gewerkschaften bieten ihren Mitgliedern Entspannung auf Campingplätzen und in Ferienclubs auf eigenen Inseln und Leute so wie ich mieten sich eben mit Freunden am Wochenende ein Ferienhaus.

Damit auch jeder zu seiner Insel und Unterkunft gelangt gibt es Wassertaxis/Sammelboote, die in regelmäßigen Abständen verkehren und an den vorher angekündigten Landestegen Halt machen. Unsere „Adresse“ war der „Kanal Sarmiento, Landesteg 505“. Dort wurden wir bereits mit Krügen voller Fernet Branca/Cola und kiloweise Grillfleisch für ein ordentliches „Asado“ (argentinisches Barbecue) erwartet.

Als ich meinen Fernet in ein Glas schenken wollte meinte eine Freundin scherzhaft: „Du machst wohl einen auf Hippie, wie?“ Meinen fragenden Blick beantwortete sie, indem sie mir den Krug wegnahm, sich einen kräftigen Schluck daraus gönnte und ihn anschließend an den nächsten weiterreichte, der es ihr nachtat. Nun gut, „Hippie“ scheint man hier offenbar anders zu definieren als in Deutschland. Aber warum sollte man es bei Fernet denn auch anders handhaben als beim Mate? Schließlich wird der ja auch wie eine Friedenspfeife rumgereicht und die gesamte Mannschaft nuckelt an der gleichen „Bombilla”, dem versilberten Strohhalm.

Auch sonst liebte man es (wie immer) gesellig. Während der drei Nächte, die wir im Delta verbrachten, schwankte unsere Personenzahl von Tag zu Tag bzw. von Nacht zu Nacht. Mal waren wir zu viert, mal zu sechst und mal zu acht. Sagte ich schon, dass das Ferienhaus für vier Personen ausgelegt war? Nach dem Motto „Platz ist in der kleinsten Hütte“ wurde die Frage nach Schlafplätzen generell bis zum Abend ausgeblendet. Erst dann wurde nach einer Lösung gesucht und die fand sich in der Tat immer, z.B. in Form von aufblasbaren Matratzen, „Mehrbettbelegung“ und „geliehenen” Matratzen aus benachbarten Ferienhäusern.

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