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Colonia, Montevideo, Polonio & Punta del Este – Uruguay

Im Land des bescheidensten, vorbildlichsten, ärmsten Präsidenten der Welt

Auf den ersten Blick scheint das kleine Uruguay, das zwischen seinen riesigen Nachbarn Brasilien und Argentinien ein wenig eingequetscht wirkt, Letzerem sehr ähnlich zu sein: Die Flagge ist ebenfalls blau/weiß gestreift und zeigt eine Sonne, die spanische Aussprache hat gleich viele “sch”-Laute und auf einen Einwohner kommen drei Kühe, was die Liebe zum Grillen und den hohen Fleischkonsum erklärt. Und der Mate-Konsum? Nun gut, der ist hier einfach unglaublich hoch. Immer und überall rennen die Uruguayer mit Thermoskanne und Mate durch die Gegend (siehe Beweisfotos). Wodurch sich das Land jedoch massiv von Argentinien unterscheidet ist sein Regierungsoberhaupt.

Während Cristina (Kirchner) gerne im Rampenlicht steht ist der Präsident Urugays, José Mujica, das genaue Gegenteil: Er lehnt es ab seinen offiziellen Regierungssitz zu beziehen, verweigert sich Schlips und Kragen und fährt keine Staatskarosse. Stattdessen lebt er auf einem Bauernhof in Shorts und T-Shirt, düst in seinem alten VW-Käfer durch die Gegend und spendet mehr als zwei Drittel seines Gehaltes wohltätigen Zwecken. Als ihm 1 Mio. US-Dollar für den Verkauf seines Autos geboten wurden willigte er zunächst unter der Bedingung ein, dass das Geld einer Bildungsinstitution zu Gute kommt. Letztendlich nahm er von diesem Angebot doch wieder Abstand. Er hatte vergessen, dass er bereits einem Freund seinen Wagen versprochen hatte.

Die Presse bezeichnet José Mujica deshalb oft als “bescheiden, vorbildlich” oder gar “arm”. Ihn für einfältig zu halten, wäre jedoch ein Fehler. Während seiner Amtszeit hat er maßgebliche Veränderungen in Uruguay herbeigeführt: Der Schwangerschaftsabbruch ist nicht mehr grundsätzlich strafbar, der Konsum von Mariuhana wurde legalisiert und die gleichgeschlechtliche Ehe anerkannt. Die Uruguayer dankten ihm, indem sie bei den Präsidentschaftswahlen am vergangenen Sonntag den Kandidaten seiner Partei wählten. Er selbst steht für dieses Amt nicht mehr zur Verfügung.

In eben diesem Uruguay, das nur eine Stunde mit der Fähre von Buenos Aires entfernt liegt, wollte ich zum letzten Mal für dieses Jahr Strandleben genießen. Das Wetter hatte zeitweise leider andere Pläne. Das hielt mich dennoch nicht davon ab, mich von dem hübschen Kolonialstädtchen Colonia de Sacramento bis nach Cabo Polonio die Küste nach Nordosten hin- und wieder zurück zu hangeln.

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