Plaza Independencia

Mendoza, die grüne Stadt

Nachdem sich mein Kater verzogen hatte und ich wieder schmerzfrei der argentinischen Sonne entgegen treten konnte, sah ich mir Mendoza genauer an. Grün, grüner, am grünsten – das könnte eine Beschreibung der Provinzhauptstadt sein. Allerdings trifft sie nur dann zu, wenn man sich mittendrin befindet. Wenn man nämlich von außen draufblickt, sieht’s nicht ganz so nett aus (siehe Panoramabild). Aber was soll’s, man muss ja auch nicht wie ich in den 7. Stock des Rathauses hinauffahren, um sich die unschöne Seite der Provinzhauptstadt anzugucken. Vielmehr sollte man als erstes die fünf zentralen „Plazas“ der Stadt besuchen, die wie die „5“ eines Würfels angeordnet sind und sich im Stadtzentrum befinden. Die größte davon ist die „Plaza Independencia“ mit großzügigen Wasserspielen, zahlreichen Ständen mit Kunsthandwerk und Live-Musik am Abend. Die für mich hübscheste ist die „Plaza Espana“ mit blau-weiß-roten Kacheln im andalusischen Stil. Darüber hinaus gibt es noch andere Parks sowie den „Paseo de Alameda“, eine weitläufige mit Pappeln gesäumte Allee. All diese zahlreichen, gepflegten Grünflächen tun auch Not, denn trotz der geringen Einwohnerzahl von rund 120 Tausend Menschen im Kern, weist Mendoza ein recht großstädtisches Treiben mit einem Autogeknatter auf, das den deutschen TÜV aus allen Wolken fallen ließe.

Das Schöne an diesem großstädtischen Treiben ist, dass Mendoza ein kleines, abwechslungsreiches Nachtleben hat. Auf der Avenida Arístides Villanueva reihen sich Bars und Restaurants aneinander und bei schönem Wetter ist kein freier Platz auf dem Bürgersteig zu finden. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählen ein paar wenige Museen und der Parque General San Martin – ein 420 Hektar großer Park mit künstlichem See, Rosengarten, zahlreichen Sportvereinen und ausgeschilderten Joggingpfaden, die das Herz jedes Läufers beglücken.

Überhaupt wird diesem General (San Martin) so ziemlich alles gewidmet, was nicht niet- und nagelfest ist und das nicht nur in Mendoza. Kaum eine argentinische Stadt scheint ohne gleichnamige Straße, Park, Denkmal oder ähnlichem auszukommen. Die Bewunderung dafür, dass er mit seiner Andenarmee Argentinien, Chile und Peru von den spanischen Kolonialherren befreit hat, reicht vielleicht sogar so weit, dass seine Anhänger die Geschichte, sagen wir mal, ein wenig zu seinen Gunsten geändert haben: Auf der Plaza San Martin in Mendoza zeigt ihn ein Denkmal auf einem Streitross mit erhobenen Vorderläufen. Diese Pose ist eigentlich nur Feldherren vorbehalten, die in der Schlacht ihr Leben ließen und dafür als besonders ruhmreich gelten. Tatsächlich starb San Martin nicht im Feld, sondern an üblicher Altersschwäche. Laut örtlichem Fremdenverkehrsamt sei diese Denkmalpose ein Versehen des zuständigen Künstlers gewesen….

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