Schlagwort-Archiv: Alltag

Maracas

Buenos Aires (6)

Poner la Sartén por el Mango

Tag 1: „Wie heißt Du?“ – „Anke“ – „Angel (Engel?)“ – „Nein, nicht ganz.“ „Wo kommst Du her?“ – „Aus Deutschland.“ – „Europa?“ – „Ja, genau.“ – „Wie alt bist Du?“ – „41“ – „Was? So alt?“ „Pöh, und DU kriegst gleich keinen Nachtisch“, hätte ich der süßen Rotznase, die da vor mir stand und mich mit ihrer ungläubigen Frage zur Greisin machte, am liebsten gesagt. Hab’ ich aber natürlich nicht. Weiterlesen

English spoken

Buenos Aires (5)

Ist doch alles gar nicht so gemeint

Wenn man dem täglichen Sprachgebrauch der Einheimischen glaubt, dann ist Buenos Aires eine Großraum-WG der Söhne aller Damen des horizontalen Gewerbes. Fast jeder ist ein H…..sohn (hijo de puta), ein Scheißkerl (caracho), ein Volltrottel (boludo) und irgendwie ist alles immer ein riesiges Bordell (quilombo) als Ausdruck für ein ziemliches Chaos. Und wer jetzt glaubt hier gehe alles unverschämt, unhöflich und bitterböse zu, der irrt komplett. Weiterlesen

Theater

Buenos Aires (3)

Die Tücken des Alltags

Die einfachste Möglichkeit sich in Buenos Aires fortzubewegen sind Bus und U-Bahn. Das Schwierigste daran ist, eine aufladbare Magnetkarte zu erhalten mit der man entsprechende Fahrten bezahlt.

Auf meine Frage, wo ich denn diese „Tarjeta SUBE“ erhalte, antwortet ein Hostelmitarbeiter „Am Kiosk“. Gut, die gibt es hier genug. Also flitze ich um die Ecke und stelle fest, dass es dort eben keine gibt. Die Verkäuferin ist jedoch so nett mir zu verraten, wo ich eine bekomme, nämlich am nächsten Kiosk. Stimmt, dort erhalte ich dann in der Tat für rund 2,20 EUR entsprechende Karte, allerdings ohne Guthaben. Mein Versuch die Karte auch aufzuladen scheitert. „Nee, das geht nur am nächsten Kiosk“. Okay, also noch einen Block weiter. Als ich dann endlich eine aufladbare Karte in den Händen halte nutze ich sie für genau zwei Fahrten, bevor ich sie verliere. Super! Weiterlesen

Jap. Garten2

Buenos Aires (2)

Spanisch bei Starbucks und Japanisch im Garten

Ja, ich gestehe, ich bin schuldig in allen Punkten. Ausgerechnet in San Telmo, einem hübschen Viertel mit zahlreichen Cafés setze ich mich in ein Starbucks „Café“. Meine einzige Entschuldigung ist, dass ich stabiles WiFi brauchte. Doch interessanterweise kam ich gar nicht dazu es zu nutzen, denn zu meinem „Frappe Mango Maracuja“ hatte ich offensichtlich eine unterhaltsame Spanischstunde gratis bestellt. Weiterlesen

Maggi-Wechselgeld

Maggiwürfel und Bonbons

Die besonders harte Währung in Argentinien

Kleingeld ist im Land der hellblau-weiß gestreiften Flagge so eine Sache. Jeder will es haben und keiner rückt es heraus. Laut offiziellen Aushängen an Supermarktkassen haben Kunden das Recht, Wechselgeld zu ihren Gunsten aufrunden zu lassen, sofern die Kassiererin kein passendes Kleingeld zurück geben kann. Für 50 Centavos oder gar 10 Centavos, was umgerechnet rund 1 Euro-Cent ist, will jedoch niemand einen Aufriss machen.  Um die Situation gütlich zu regeln haben insbesondere kleinere Supermärkte eine neue Währung eingeführt: Weiterlesen

Traditionelle Klänge beim Abendessen

Auf Wiedersehen La Consulta!

Es war schön mit Dir!

Melonen, die trampen, Autodächer, die zum Verkauf auf Bürgersteigen stehen, Mülltüten, die zur Abholung wie weihnachtliche Dekoration in Bäume gehangen werden, chronisch leere Geldautomaten, wunderschöne Oldtimer, die Zuhause sogar schon als Oldtimer ausgestorben sind, furchtbar herzliche Familien von „Caminos de Altamira“, die einen Blick in ihr tägliches Leben ermöglichen, Ausflüge zur Laguna del Diamante und nach Santiago de Chile, Rafting auf dem Rio Tunuyan, Aufbau eines Heißluftballons im Morgengrauen und vor allem super liebe Kolleginnen bei Latina Real Tours. All das war La Consulta für mich und noch viel mehr. Doch nun heißt es Rucksack packen: Auf Wiedersehen La Consulta und hallo Cordoba!

> Bilder

Auto

Argentinien – irgendwie Daheim und irgendwie doch nicht

“Was macht die Melone am Straßenrand?
Will die trampen?”

„Nee, will sie nicht“, antwortet meine argentinische Freundin und derzeitige Gastgeberin im Örtchen La Consulta lachend. „Die Melone scheint verdorben zu sein. Deshalb hat der Nachbar sie an den Straßenrand gelegt, wo die Müllabfuhr sie in den nächsten Tagen abholt.“ Aha, denke ich. Dann wird das Autodach, das da vorne mitten auf dem Bürgersteig steht und an einem Baum angekettet ist auch in den nächsten Tagen von der Müllabfuhr abgeholt. Caro sieht meinen Blick auf das grüne Karosserieteil, errät meine Gedanken und sagt: „Nee, das Dach wird zum Kauf angeboten. Deshalb steht es ja mitten auf dem Bürgersteig, wo es jeder sehen kann.“ Eine unschlagbare Logik, der ich nichts entgegenzusetzen vermag. Weiterlesen