Schlagwort-Archiv: Nachbarländer

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Colonia, Montevideo, Polonio & Punta del Este – Uruguay

Im Land des bescheidensten, vorbildlichsten, ärmsten Präsidenten der Welt

Auf den ersten Blick scheint das kleine Uruguay, das zwischen seinen riesigen Nachbarn Brasilien und Argentinien ein wenig eingequetscht wirkt, Letzerem sehr ähnlich zu sein: Die Flagge ist ebenfalls blau/weiß gestreift und zeigt eine Sonne, die spanische Aussprache hat gleich viele “sch”-Laute und auf einen Einwohner kommen drei Kühe, was die Liebe zum Grillen und den hohen Fleischkonsum erklärt. Und der Mate-Konsum? Nun gut, der ist hier einfach unglaublich hoch. Immer und überall rennen die Uruguayer mit Thermoskanne und Mate durch die Gegend (siehe Beweisfotos). Wodurch sich das Land jedoch massiv von Argentinien unterscheidet ist sein Regierungsoberhaupt. Weiterlesen

Irgendwie eine Stadt ohne Ende

São Paulo – Brasilien

Groß, größer, am größten

„Ach Du heilige Sch…. So lange war ich doch gar nicht mit dem Bus unterwegs“, dachte ich als ich von der Autobahn einen ersten Blick auf die Skyline von São Paulo erhaschte. Sie erinnerte mich spontan an New York und tatsächlich ziehen viele Reiseführer diesen Vergleich heran, um die Wucht und Gewaltigkeit der größten Stadt Brasiliens zu verdeutlichen. Mit 11 Mio. Einwohnern im Stadtkern und weiteren 12 Mio. in der Metropolregion zählt dieses „Monstrum“ diesbezüglich zu den Top 10 Städten der Welt. „Wollen Sie sich in dieses Getümmel stürzen, in guten wie in schlechten Zeiten?“ „Ja, ich will.“ Kam mir zudem noch in den Kopf, wobei ich natürlich nur auf gute Zeiten hoffte (wie man das in den meisten Ehen vermutlich auch tut) und tatsächlich hatte ich eine schöne Zeit. Weiterlesen

Paraty

Paraty & Trindade – Brasilien

Auf halber Strecke zwischen Rio de Janeiro und São Paulo

Nach Olinda, Ouro Preto und Mariana wollte ich ein weiteres koloniales Städtchen besuchen – Paraty. Es ist zwar nicht so, dass ich mittlerweile nicht schon genügend Kirchen, kopfsteingepflasterte Straßen und reich verzierte Fassaden gesehen hätte, aber das besondere an Paraty ist, dass es neben eben erwähnter Architektur auch einige Strände hat. Also nix wie rein in den Bikini und das weiße Fleisch in der Sonne geröstet. Weiterlesen

Und über allem thront der Cerro Rico mit seinen Silberminen

Potosí – Bolivien

Silvercity

Mein nächster und letzter Stopp in Bolivien sollte Potosí sein, die Stadt, die dank ihrer Silbervorkommen einmal die reichste Stadt Amerikas war.  “Echt, Potosí? Also ich fand ja, dass die Menschen dort alle so traurig wirken”, entgegnete eine Rucksackreisende nach der Eröffnung meiner Pläne. “Na toll”, dachte ich, das fehlt mir jetzt noch. Seit Tagen fühlte ich mich selbst nämlich ein wenig einsam und traurig. Im Unterschied zu Argentinien, wo man Hostels mit Mehrbettzimmern, Küche und Gemeinschaftsräumen wie Sand am Meer findet, fiel es mir in Bolivien schwer solche Unterkünfte aufzutun. Es ist ja nicht so, dass ich scharf auf Gemeinschaftstoiletten bin, Weiterlesen

Sucre

Sucre – Bolivien

Die weiße Stadt

Nachdem mich die Nachtfahrt von Uyuni nach La Paz bereits graue Haare gekostete hatte, beschloss ich mich der eigenwilligen Fahrweise bolivianischer Busfahrer nicht erneut auszusetzen. Zumindest nicht auf einer Langstrecke. Daher legte ich die nächste Etappe von La Paz nach Sucre mit dem Flieger zurück. Statt 12 bis 14 Stunden Schotterpiste freute ich mich auf 40 Minuten Wolken. Zugegeben, einen gedanklichen Haken hatte meine Planung, denn wer sagte mir, dass eine bolivianische Airline zuverlässiger sei als ein Bus? Weiterlesen

Palmsonntag in La Paz

La Paz – Bolivien

Saftige Waden, fliegende Fischköpfe und andere Überraschungen

„Hmmh, was für eine saftige Wade!“ Wenn ein Aymara-Mann das sagt, dann steht er vermutlich nicht gerade an der Fleischtheke, sondern reagiert auf den Flirtversuch einer Cholita, einer Aymara-Frau mit zahlreichen weiten Röcken, langen geflochtenen Zöpfen und einer Melone auf dem Kopf, die irgendwie immer zu klein wirkt. Letzteres sind übrigens die Engländer schuld. Sie sollen eine ganze Ladung Borsalino Männerhüte zu klein nach Bolivien geordert haben. Um nicht auf ihrer Ware sitzen zu bleiben, machten sie sie den bolivianischen Aymara-Frauen schmackhaft. Doch zurück zum anfänglichen Flirtversuch: Weiterlesen

Santiago de Chile

Auf nach Santiago de Chile

Feiertagsflucht

Seit zwei Wochen bin ich nun in La Consulta , wo ich eine Reiseagentur unterstützen darf und nebenbei mein Spanisch aufpolieren kann. La Consulta liegt ca. 100 km südlich von Mendoza, im Weingebiet des Valle de Uco und bietet eine hübsche Aussicht auf die Ausläufer der Anden.  Vor allem ist La Consulta aber eins: ruhig und zwar sehr ruhig! Die Aussicht auf noch mehr Ruhe als ich üblicherweise verkraften kann (bedingt durch Feiertage am Montag und Dienstag) sowie unglaublich wechselhaftes Wetter, das sich über jede meteorologische Vorhersage lustig zu machen schien, ließen mich meinen Rucksack in Überschallgeschwindigkeit packen und zum Busbahnhof flitzen, um eine Fahrkarte nach Santiago de Chile zu kaufen. Weiterlesen